Aktuelles aus Heinsberg

Neubau eines modernen Wasserwerks sichert Versorgung für kommende Generationen


Mit dem symbolischen ersten Spatenstich markierten Bürgermeister Kai Louis, der Geschäftsführer der Stadtwerke Heinsberg GmbH, Jens Holthausen, das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro Bieske und Partner und die für die Bautechnik ausführende Firma Schlun den offiziellen Baustart für den Neubau des neuen Wasserwerkes Oberbruch, Standort Hülhoven.

Die steigenden Herausforderungen durch den Klimawandel, zunehmende Spitzenabnahmen während Dürreperioden und die Anforderungen an eine nachhaltige und zukunftssichere Infrastruktur machen den Ausbau der regionalen Wasserversorgung notwendig. Mit dem Bau eines neuen Wasserwerks setzten die Stadtwerke Heinsberg GmbH einen entscheidenden Schritt, um die Versorgungssicherheit langfristig zu sichern.

Das Projekt, dessen Bauzeit rund 1,5 Jahre betragen wird, basiert auf einer zukunftsorientierten Zwei-Standort-Strategie. Diese sorgt für eine erhöhte Resilienz gegenüber klimatischen Extremereignissen und technischen Ausfällen, indem sie wichtige Redundanzen schafft.

Ein zentrales Element des neuen Wasserwerks sind die bereits erschlossenen zwei neuen Tiefbrunnen mit einer Tiefe von jeweils 135 Metern. Sie ermöglichen eine stabile, qualitativ hochwertige Wassergewinnung.

Auch in der Wasseraufbereitung setzt das neue Werk Maßstäbe: Moderne, energieeffiziente Technik sorgt für eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Aufbereitung des Rohwassers. Damit erfüllt das Projekt nicht nur aktuelle Anforderungen, sondern ist auch auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet.

„Mit diesem Neubau schaffen wir die Grundlage dafür, das Stadtgebiet Heinsberg zuverlässig und nachhaltig mit Trinkwasser zu versorgen – heute und in den kommenden Jahrzehnten“, betont Bürgermeister Kai Louis.

Technik

Im Regelbetrieb wird das neue Wasserwerk eine Aufbereitungsleistung von 100 m³/ h haben, diese kann im Bedarfsfall auf bis zu 380 m³/h erhöht werden. Die Jahresfördermenge wird bei etwa 590.000 m³ liegen.

Der Standort des Wasserwerkes Oberbruch in Hülhoven bietet einige Vorteile: bereits vorhandene Tiefbehälter mit einem Speichervolumen von 1.000 m³ sowie ein funktionierendes Reinwasserpumpwerk bilden die Grundlage für die Erweiterung des Systems. Ergänzt wird diese Infrastruktur durch die zwei neuen Tiefbrunnen, eine moderne Aufbereitungsanlage, einen zusätzlichen Wasserspeicher und ein Absetzbecken.

Für die Wasseraufbereitung wird ein neues Gebäude mit einer Grundfläche von ca. 450 m² errichtet. Das Gebäude gliedert sich in eine Filterhalle auf zwei Ebenen, einen Wasserspeicher mit zwei Kammern sowie einen Technikraum.

Die Wasseraufbereitung erfolgt über eine sogenannte „saure Enteisung“. Das Rohwasser wird hierbei zwecks Eisen-/Manganoxidation zunächst mit Sauerstoff versetzt, danach über eine Druckfilteranlage zur Abscheidung des Eisens und Mangans geführt und abschließend über Flachbettbelüfter zur physikalischen Entsäuerung auf den Gleichgewichts pH-Wert eingestellt. Durch einen neuen Zwischenspeicher wird das Speichervolumen am Standort von 1.000 m³ auf 1.500 m³ erhöht.

Zukünftiges Versorgungsgebiet:

Zukünftig werden Teile von Oberbruch sowie die Ortschaften Dremmen, Porselen, Horst, Randerath, Uetterath und Himmerich aus dem neuen Wasserwerk versorgt. Durch die unmittelbare Nähe zu diesen Ortschaften wird die Wasserverteilung deutlich effizienter. Es entfällt der bisherige weite Transport des aufbereiteten Wassers über lange Strecken, was nicht nur logistische Vorteile mit sich bringt, sondern auch den Energieaufwand zur Wasserverteilung reduziert.



Bildunterschrift (v.li.): Uwe Wichelhaus, Firma Schlun, Jens Holthausen, Geschäftsführer der Stadtwerke Heinsberg GmbH, Bürgermeister Kai Louis und Sarah Nauendorf, Bieske und Partner, beim offiziellen Spatenstich