Aktuelles aus Heinsberg

Kinderschutz als gemeinschaftliche
Aufgabe


Die Stadt Heinsberg ergreift die Initiative, ein Netzwerk für den Kinderschutz ins Leben zu rufen.

Die in der jüngsten Vergangenheit publik gewordenen, eklatanten Missbrauchsfälle haben nicht nur zu einer erhöhten Wahrnehmung des Kinderschutzes in der breiten Öffentlichkeit geführt, sondern auch die Politik dazu veranlasst, den Fachkräften im Kinderschutz die benötigten Informationen und Rechtssicherheit für ihr Handeln zu geben.

Das bereits 2022 in Kraft getretene Landeskinderschutzgesetz NRW setzt unter anderem zentrale politische und fachliche Forderungen um, die gewährleisten, dass jedes Kind ein Recht auf Schutz und Förderung seiner Entwicklung erhält. Es berücksichtigt nicht nur die Verantwortung der öffentlichen und freien Jugendhilfe, sondern richtet sich auch an weitere Institutionen und Personen, die sich im beruflichen Kontext mit Kindern, Jugendlichen und dem Thema Kinderschutz auseinandersetzen und schafft Rahmenbedingungen, die eine effektive und schnelle Zusammenarbeit  bei möglicher Kindeswohlgefährdung sicherstellen.

Dies kann nur gelingen, wenn sich alle beteiligten Akteure strukturell vernetzen, Absprachen zum Verfahren treffen und transparente Mitteilungswege herstellen.

Die bürgernahe Information der Öffentlichkeit über Verfahren, Strukturen und Ansprechpersonen im Kinderschutz sowie die Organisation von interdisziplinären Qualifizierungsangeboten zur Wahrnehmung des Schutzauftrages sind ebenfalls Aufgabenbereiche dieses Netzwerkes.

Die Veranstaltung in der Bürgerhalle Heinsberg-Aphoven bot Gelegenheit für einen konstruktiven Dialog und den Austausch von Ideen zum Thema Kinderschutz. Zu den Referenten zählten die renommierten Experten auf dem Gebiet des Kinderschutzes Professor Dr. jur. Jan Kepert, von der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl am Rhein und Frau Dr. Komesker, ärztliche Leiterin der Kinderschutzambulanz des evangelischen Krankenhauses in Düsseldorf.

Beide Referenten präsentierten fundierte Einblicke aus ihrer jeweiligen Fachrichtung zu den aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen im Bereich des Kinderschutzes und betonten die Notwendigkeit einer gemeinsamen und koordinierten Vorgehensweise.

Ziel ist es, Netzwerke zu etablieren, fachlich zu begleiten und Strukturen aufzubauen, die einen stetigen Austausch und Wissenstransfer ermöglichen. Letzteres soll insbesondere durch die Koordination regelmäßiger Netzwerktreffen, als auch durch die Organisation bedarfsgerechter Fortbildungsmöglichkeiten für die am Netzwerk Teilnehmenden erreicht werden.

Die Koordinierungsstelle der Stadt Heinsberg erfüllt auf dem Gebiet des Kinderschutzes die Rolle eines Multiplikators indem sie Informationen aus dem und an das Netzwerk Kinderschutz weitergibt, aber das Netzwerk Kinderschutz auch in anderen Netzwerken und Arbeitsgemeinschaften im Jugendamtsbezirk mit Berührungspunkten zum Kinderschutz vertritt.


Bildunterschrift: Prof. Dr. Jan Kepert (4.v.l.) mit den Organisatoren des Netzwerks Kinderschutz, Sebastian Jäger, Bürgermeister Kai Louis und Nina Brammertz (v.l.) Bernd Kleinjans, Peter Maaßen, Volker Brudermanns und Katrin Mandel (v.r.)