Torbogenhaus und Propstei


Torbogenhaus


Propstei und Torbogenhaus – seltenes Zeugnis aus vorindustrieller Zeit

Aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen Propstei, Torbogenhaus und Haus Lennartz. Sie bilden das einzig erhaltene Gebäudeensemble aus vorindustrieller Zeit in der Heinsberger Altstadt. Es überstand auch den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschädigt.

Im Torbogenhaus und im Haus Lennartz befindet sich heute das BEGAS HAUS – Museum für Kunst- und Regionalgeschichte Heinsberg. Die Propstei ist Amts- und Wohnsitz des Propstes von Heinsberg.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts waren Torbogenhaus und Haus Lennartz Amtssitz des herzoglichen Finanzverwalters, dem sogenannten Rentmeister, und seiner Beamten. In der Zeit der französischen Herrschaft im Rheinland (1794 – 1813) diente das Gebäude vorübergehend als Mairie (Amtssitz des Bürgermeisters), ab 1810 wurde es dann zum Rat- und Gemeindehaus. Neben der städtischen Verwaltung befand sich hier auch die Dienstwohnung des Heinsberger Stadtpolizisten.

Im Jahr 1949 bot das Torbogenhaus dem früheren Kreismuseum eine neue Heimat. 1927 als Heimatmuseum gegründet, war es ursprünglich im repräsentativen Gebäude des ehemaligen adligen Damenstifts an der Hochstraße untergebracht. Als Heinsberg im November 1944 durch alliierte Luftangriffe schwer getroffen wurde, wurde auch das Damenstift und mit ihm ein beträchtlicher Teil der Museumssammlung zerstört. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs musste die Sammlung neu aufgebaut werden.

Im Jahr 2009 wurde beschlossen, für das Museum ein neues, zukunftsweisendes Museums- und Ausstellungskonzept zu entwickeln. Torbogenhaus und Haus Lennartz sind aufwendig saniert und umgebaut worden. Seit März 2014 richtet das neue BEGAS HAUS das Augenmerk auf eine deutschlandweit einzigartige Sammlung zu der aus Heinsberg stammenden Künstlerfamilie Begas und hält gleichzeitig eine sehenswerte Ausstellung zur Regional- und Stadtgeschichte vor.