Sankt Gangolf

Propsteikirche Sankt Gangolf



Die Propsteikirche St. Gangolf – der „Selfkantdom“

Hoch über die Stadt, auf dem heutigen Kirchberg, erhebt sich die Propsteikirche St. Gangolf – mittelalterliches Wahrzeichen Heinsbergs. Die gut 900 Jahre alte Kirche ist lebendige Zeugin der wechselvollen Geschichte der Stadt.

Eine Frau legte den Grundstein für die Kirche: Oda von Heinsberg richtete um das Jahr 1130 eine Stiftung zum Andenken an den Heiligen Gangolf ein, einen frühmittelalterlichen burgundischen Ritter. Zugleich ließ sie in ihrer Vorburg ihrer Burg eine Kirche errichten. Zunächst eine einfache romanische Saalkirche, an deren Stelle im 15. Jahrhundert die heutige, spätgotische Hallenkirche trat. Ihr Kirchturm diente nicht nur als Wachturm für die Stadt, sondern auch als Wehrturm in Zeiten der Gefahr. Die Krypta aus dem 13. Jahrhundert mit ihren Resten mittelalterlicher Fresken befindet sich unter dem Hochchor der Kirche.

Damit ist das Mittelalter im heutigen Gotteshaus noch sehr lebendig. Nicht nur die Krypta, sondern auch das das herrliche Chorgestühl, in dem die Stiftsherren ihre Messen feierten, vermitteln einen Eindruck mittelalterlicher Frömmigkeit. Gleichzeitig zeugt das Hochgrab der letzten Herren von Heinsberg von Macht und Stolz des dieses Adelsgeschlechtes. Dieses Grab gehört zu den wertvollsten Arbeiten der Plastik aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Es zeigt nicht nur die zwei „Herren“, Vater und Bruder des Lütticher Fürstbischofs Johann von Heinsberg, sondern auch seine Mutter Margarethe. Nach einem Gewölbeeinsturz im Jahr 1783 galt es fast 100 Jahre als verschollen, bis es in einer Gruft unter dem Kirchenboden entdeckt wurde. Der prächtige Kirchenschatz ist im BEGAS HAUS ausgestellt.

Sein heutiges Aussehen erhielt der „Selfkantdom“ in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer zerstört. Neue Elemente wie Altar, Empore und Orgel sowie Geläut, moderne Fenster oder ein neu gestaltetes Hauptportal hielten Einzug. 

Im Jahr 2003 wurde die 38 Meter hohe Kirchturmspitze eingeweiht. 
Maßgeblich Einfluss auf den Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkriege hatten die Pröpste Josef Gaspers, Wilhelm Krüppel und Albert Honnings.

Die Propsteikirche St. Gangolf prägt das Heinsberger Stadtbild. Der volkstümliche Name „Selfkantdom“ spielt auf den mächtigen, alles überragenden Turm an, der bis in den Selfkant, den westlichsten, an der niederländischen Grenze gelegenen Teil des Kreises