Gastesbrunnen

Gastes-Brunnen


Gastesbrunnen

Der Gastes-Brunnen – Erinnerung an einen Ort für die Hilfsbedürftigen

Kamen im Mittelalter Reisende oder Pilger nach Heinsberg, dann fanden sie hier ganz sicher eine Bleibe für die Nacht. Das „Gastes“, wie es im Volksmund genannt wurde, war allerdings nicht nur Gasthaus, es war vieles mehr: Es diente als Waisenhaus und auch Kranke und alte Menschen wurden hier gepflegt. In besonders schweren Zeiten, in denen Seuchen, Kriege und Hunger herrschten, bot das „Gastes“ Menschen in Not eine Unterkunft.

Seit 1990 erinnert ein von dem Aachener Künstlers Bonifatius Stirnberg geschaffener Trinkbrunnen an das mittelalterliche „Gastes“, das sich ab 1543 an der Ecke Stiftstraße/Liecker Straße befand. Zuvor stand es an der Ecke Hochstraße/ Klostergasse, wo es Anfang des 14. Jahrhunderts durch eine Stiftung Gottfrieds II. von Heinsberg finanziert wurde. Als hier ein adliger Damenstift errichtet wurde, musste das Gastes weichen.

In dem Trinkwasserbrunnen sind drei bewegliche Figurengruppen zu sehen. Sie zeigen eine Nonne der Vincentinerinnen in ihrer Ordenstracht mit einem alten Mann und drei Kindern, eine Frau mit Kühen und Ziege auf dem Weg zur „Gastes“-Wiese an der oberen Hochstraße und den Ritter Heinrich von Heinsberg, der dem Krankenhaus ein wertvolles Streitrross vererbte.

Ab etwa 1905 ging aus dem „Gastes“ das heutige Krankenhaus hervor. 

Bei den Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges auf die Stadt Heinsberg im November 1944 wurden große Teile des Krankenhauses zerstört. Nach Kriegsende wurde das Hauptgebäude auf seinen Grundmauern wieder aufgebaut.