Synagoge Heinsberg

Die Heinsberger Synagoge


Synagoge Heinsberg


Gedenkort ehemalige Synagoge – religiöses und kulturelles Zentrum der jüdischen Gemeinde

Über Jahrhunderte hinweg gab es in Heinsberg ein reges jüdisches Leben. 1927 zählte man 65 jüdische Bürgerinnen und Bürger. Sie gingen ganz unterschiedlichen Berufen nach und waren unter anderem Kaufleute oder Einzelhändler, Metzger, Viehhändler oder Besitzer von kleineren Manufakturen.

Religiöses und kulturelles Zentrum der jüdischen Gemeinde war die 1818 eingeweihte Synagoge an der Hochstraße inmitten der Altstadt. Bei dem Gebäude handelte es sich um einen einfachen achteckigen Bau mit Kuppeldach, der sich im Hinterhof der Hausnummer 89 befand; die Synagoge wurde nicht nur für Gottesdienste genutzt, sondern diente auch als Gemeindehaus.

Die nationalsozialistische Machtergreifung im Jahr 1933 bedeutete für die jüdische Bevölkerung Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung. Nur einen vorläufigen Höhepunkt bildete die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Überall in Deutschland gingen Synagogen in Flammen auf, wurden jüdische Geschäfte zerstört und Juden verhaftet.

In Heinsberg wurde die Synagoge nicht niedergebrannt. Man fürchtete, dass das Feuer auf die umliegenden Gebäude übergreifen würde. Verschont blieb die Synagoge jedoch nicht: Ihre Fenster wurden eingeschlagen, Mobiliar zerstört, Thora-Rollen und sakrale Gegenstände auf die Straße geworfen. Dies alles geschah, so wird berichtet, unter den Augen vieler Heinsberger Bürgerinnen und Bürger, die der Zerstörung tatenlos zusahen.

Im März 1942 wurden die noch in Heinsberg verbliebene jüdische Bevölkerung in der Lohngerberei „Manasses Lues“  zusammengetrieben und von dort in Vernichtungslager deportiert. Alle wurden ermordet. Stolpersteine im Gehwegpflaster innerhalb der Stadt Heinsberg erinnern an die Opfer der Shoah in Heinsberg.

Im November 1944 wurde die Synagoge durch alliierte Luftangriffe zerstört. Heute erinnert eine Gedenktafel am Haus Hochstraße 89 daran, dass sich hier einst die Synagoge der jüdischen Gemeinde befand.