Sandsteinkreuz

Sandsteinkreuz


Das Sandsteinkreuz – seit mehr als 160 Jahren Sinnbild für Dialog und Ökumene

Dass Ökumene in Heinsberg bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt wurde, beweist dieses aus Sandstein gefertigte Kreuz. Katholische und evangelische Christen haben es dem damaligen Dechanten Peter Joseph Thomas Endepohls im Jahr 1857 zu seinem 25-jährigen Priesterjubiläum geschenkt. 

Peter Joseph Thomas Endepohls wurde 1799 im niederrheinischen Süchteln, einem heutigen Stadtteil von Viersen, geboren. Wenige Jahre nach seiner Priesterweihe wurde er zum Oberpfarrer von Heinsberg bestimmt. 1846 folgte die Wahl zum Dechanten des Dekanates Heinsberg. 1863 wurde Endepohls zum Kölner Ehrendomherrn ernannt, ein bischöflicher Ehrentitel, der zumeist aufgrund von besonderen Verdiensten verliehen wird. Endepohls starb 1869 im Alter von 70 Jahren.

Der katholische Geistliche errichtete die Höhere Schule zu Heinsberg und gründete zahlreiche kirchliche Vereine. Auch war er die treibende Kraft bei der umfassenden Restaurierung der Propsteikirche St. Gangolf. Insbesondere das Dach und die Kirchenfenster des mittelalterlichen Wahrzeichens von Heinsberg befanden sich damals in einem ausgesprochen schlechten Zustand. Es ist der Anregung Endepohls zu verdanken, dass Heinsberger Bürgerinnen und Bürger 1848 nach dem Vorbild des Kölner Dombauvereins den „St.-Gangolphus Bauverein“ gründeten.

Seine vielfältigen Verdienste führten dazu, dass er sich sehr großer Beliebtheit in der Heinsberger Bevölkerung erfreute, auch über die Grenzen der katholischen Gemeinde hinaus. Seit mehr als 160 Jahren steht das rund vier Meter hohe und ursprünglich von einem schmiedeeisernen Gitter eingefasste Kreuz an seinem Platz an der Ecke Apfelstraße/ Klostergasse. Es ist Sinnbild für den Dialog und den ökumenischen Zusammenhalt der Konfessionen.