Mirbach`sche Haus



Das von Mirbach’sche Haus – vom Stadtpalais zum Haus der Region

Das von Mirbach’sche Haus ist ein Schmuckstücke der Heinsberger Innenstadt aus dem 18. Jahrhundert, das von der gesellschaftlichen Bedeutung seiner Bewohnerinnen und Bewohner zeugt. Die aufwendige Barockfassade beeindruckte Passanten mit zahlreichen hohen Fenstern und mit der verzierten Tordurchfahrt. Besucher betraten weitläufige, repräsentative Räume und einen parkähnlichen Garten, der sich bis zur alten Stadtmauer, der heutigen Westpromenade hinzog.

Der Grundstein für das Haus wurde von einem gebürtigen Amsterdamer in den 1780er Jahren gelegt. Nach kurzer Zeit musste er das Haus an den Freiherrn von Mirbach und seine Verlobte, Luise von Leers, verkaufen. Über Jahrzehnte residierte die Großfamilie in dem Palais, so dass es in Heinsberg nur noch unter dem Namen „von Mirbach’sches Haus“ bekannt war.

Nach dem Tod des letzten von Mirbach im Jahr 1856 wechselten die Hausbesitzer mehrfach, bis dort im Jahr 1893 das Hotel-Restaurant Germania eröffnete. Als gesellschaftlicher Treffpunkt entwickelte sich die Gaststätte zum Mittelpunkt des Heinsberger Vereinslebens. Mit dem Zweiten Weltkrieg endete der Hotelbetrieb und die Nutzung änderte sich erneut. Die Redaktion der Heinsberger Volkszeitung und ein Zahnarzt zogen ein, die Zimmer wurden als Wohnungen vermietet. Dann übernahm ein Elektrogroßhandel den Komplex.

Zur vorerst letzten, grundlegenden Veränderung kam es im Jahr 1975. Das fast 15.000 qm große Grundstück wurde in drei Parzellen geteilt. Die beiden hinteren erwarb die Stadt Heinsberg zur Anlage der Gangolfusstraße und eines Parkplatzes. Den vorderen Teil an der Apfelstraße mit dem historischen Gebäude kaufte das Bistum Aachen. Ab 1979 begannen Um- und Erweiterungsbauten. Es entstand das Haus der Region, das zahlreiche katholische Einrichtungen beherbergt, unter anderem die Caritas-Regionalstelle Heinsberg.