Grünes Haus

Grünes Haus


Grünes Haus

Das Grüne Haus – ältestes erhaltenes Bürgerhaus in Heinsberg

Grün ist es nicht mehr, das Grüne Haus, vielmehr strahlend weiß. Der Name stammt aus einer Zeit, als die Häuser keine Nummern trugen, sondern nach ihren Besonderheiten benannt wurden. Hauszeichen, z. B. Kreuz, Krone oder Adler schmückten die Fassaden, sodass auch jeder, der nicht lesen konnte oder die Zahlen kannte – und das waren die meisten – wusste, welches Haus gemeint war. Und für das Grüne Haus war damals der grüne Anstrich charakteristisch. Einheitliche Hausnummern brachten erst die Franzosen Anfang des 19. Jahrhunderts ins Rheinland.

Das Grüne Haus ist das älteste erhaltene Haus der Stadt. Erstmals nachgewiesen wird es im Jahr 1637. Der Vorgängerbau war im verheerenden Stadtbrand von 1635 vollständig niedergebrannt. Darauf anspielend, trug das Grüne Haus die Inschrift: „All Ding vergeht wie Rauch, wenn Gott will, so will ich auch.“

Haus und Grundstück gehörten vom 16. bis ins 18. Jahrhundert einer protestantischen Kaufmannsfamilie. Schon der erste bekannte Besitzer war im Jahr 1599 Presbyter und verantwortlich für die Armenfürsorge der reformierten Gemeinde Heinsberg. Die wohlhabende Familie von den Bruch besaß mehrere Stadthäuser und Ackerflächen, betrieb Landwirtschaft und einen ausgedehnten Handel. Als im 18. Jahrhundert die Tuchindustrie boomte, handelte sie nicht nur mit dieser begehrten Ware, sondern stieg auch in die Produktion ein.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Grüne Haus verkauft. Es diente verschiedenen Besitzern als Wohn- und Geschäftshaus, unter anderem richtete der Papierfabrikant Wilhelm Josef Berens dort seine Firmenzentrale ein.

Ein Nachkomme der ursprünglichen Besitzer, Carl von dem Bruch, erwarb das Grüne Haus 1882, um dort sein Uhrmachergeschäft zu eröffnen. Er verkaufte das Haus im Jahr 1907 an den Heinsberger Uhrmacher Karl Küppers, dessen Nachkommen bis ins 21. Jahrhundert im ältesten Bürgerhaus Heinsbergs ein Uhrmachergeschäft betrieben.