Aktuelles aus Heinsberg

Energiesparmaßnahmen bei der Stadt Heinsberg


Um einen eigenen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung zu leisten und noch sparsamer mit der Ressource „Energie“ gerade in der bevorstehenden Herbst- und Winterzeit umzugehen, hat der Verwaltungsvorstand der Stadt Heinsberg verschiedene städtische Energiesparmaßnahmen beschlossen.

Die Stadt hat bei ihren Entscheidungen auch die vom Bund beschlossenen Energieeinsparverordnungen einbezogen, die auch für Kommunen verpflichtende Energieeinsparmaßnahmen beinhalten. Konkret geht es hier um die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch kurzfristig wirksame Maßnahmen (EnSikuMaV); sie trat am 1. September in Kraft. Die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch mittelfristig wirksame Maßnahmen (EnSimiMaV) tritt am 1. Oktober in Kraft. Nach der EnSikuMaV gelten u.a. Temperaturbeschränkungen für öffentliche Nichtwohngebäude.

Neben den unmittelbaren Einspareffekten sollen die Maßnahmen auch eine Signal- und Vorbildwirkung haben.

Bürgermeister Kai Louis betont „Die Energiekrise geht uns alle an. Wir als Stadtverwaltung möchten hier mit gutem Beispiel voranschreiten und dort, wo es möglich ist, unseren Energieverbrauch senken oder sogar komplett streichen. Ich bitte aber auch alle Heinsberger*innen zu prüfen, wo man auch bei sich zuhause Ressourcen schonen kann. Wenn wir alle gemeinsam unseren Beitrag leisten beim Einsparen von Strom und Gas, dann machen wir einen ersten großen Schritt, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen.“

Folgende Maßnahmen sind geplant und sollen unverzüglich umgesetzt werden.

In städtischen Schulen und Kindertagesstätten soll die Raumtemperatur unverändert bleiben.

Die Turn-/Sport- und Mehrzweckhallen werden nicht aus energetischen Gründen geschlossen. Hier soll für die sportliche Nutzung seitens der Schulen und Vereine in den Hallen eine Mindesttemperatur von 17 Grad Celsius gewährleistet werden. Die Flutlichtanlagen an den Sportplätzen werden auch in der Herbst-/Winterzeit weiter betrieben. Sofern noch nicht geschehen, soll die Beleuchtung an den Sportplätzen auf LED-Technik umgerüstet werden.

Das Hallenbad Heinsberg wird nicht geschlossen, jedoch wurde hier die Wassertemperatur im Schwimmerbecken von 28,4°C auf 27,0°C und die Wassertemperatur im Nichtschwimmerbecken von 30,8°C auf 29,0°C abgesenkt.

Im Rathaus und in den weiteren Verwaltungsgebäuden der Stadt Heinsberg soll entsprechend der gesetzlichen Vorgaben die maximale Raumtemperatur auf 19 °C beschränkt werden.

Alle Mitarbeiter*innen werden nochmals sensibilisiert, auf Energieverbrauch zu achten und Energie möglichst einzusparen. Dazu zählt auch, den Stand-by-Betrieb von Geräten soweit möglich zu reduzieren. Beispielsweise sollen die Stand-by-Zeiten der Rechner nochmals verkürzt werden und bei Nichtnutzung soll schneller in den Energiesparmodus gewechselt werden.

Eine Reduzierung im Bereich der Straßenbeleuchtung und Signalanlagen der Stadt wird aus Gründen der Verkehrssicherheit und Kriminalprävention nicht erfolgen. Sie wurden bereits in weiten Teilen auf LED-Technik umgestellt und sind daher bereits heute sehr energiesparsam. Soweit noch nicht geschehen, werden kurzfristig alte Glühlampentechnik gegen energiesparende LED-Technik ausgetauscht.

Bei der Außenbeleuchtung von öffentlichen Gebäuden, Plätzen und Anlagen wird wie folgt vorgegangen. Öffentliche Gebäude wie z.B. das Rathaus oder das Begas-Haus werden nicht mehr aus optischen Gründen angestrahlt. Bodenlampen und Strahler, die nicht sicherheitsrelevant sind, wurden bereits abgeschaltet. Die Lichtbänke am Lago Laprello bleiben abgeschaltet.

Bei der Planung zum Weihnachts- und Wintermarktes sowie heinsberg on Ice wurde schweren Herzens die Entscheidung getroffen in diesem Jahr auf die Eislaufbahn zu verzichten. Mit einem Verbrauch von 18.000 kWh Strom können wir den Betrieb in diesem Jahr nicht verantworten und müssen dem Gebot der Energieeinsparung Vorrang einräumen. Als Ausgleich will die Stadt im kommenden Jahr wieder ein besonderes Event oder eine besondere Attraktion für Kinder anbieten.

Auf die Weihnachtsbeleuchtung soll nicht verzichtet werden. Diese wurde bereits auf LED umgestellt und ist daher bereits besonders sparsam im Stromverbrauch. Um jedoch nochmals Energie einzusparen, wird die Beleuchtungszeit auf einen Zeitraum von 17 h – 22 Uhr begrenzt.

Angesichts der nicht genau vorhersehbaren Energieversorgungsituation in der bevorstehenden Herbst- und Winterzeit 2022/23 sind ggfls. weitere kurzfristige Maßnahmen und Änderungen notwendig.

In Zukunft plant die Stadt Heinsberg weitere Maßnahmen. Hierzu zählen z.B.: Die energetische Heizungsanlagenoptimierung und der hydraulische Abgleich der Heizungsanlagen. Zudem wird eine Machbarkeitsstudie zur Installation weiterer PV Anlagen für städtische Objekte erstellt werden. In Planung ist auch eine Vergrößerung der PV-Anlage (10 kWp auf 25 kWp) auf dem Dach der Kita Kempen sowie das Aufstellen von zusätzlichen Fahrradboxen für Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung.

Die Stadt Heinsberg kann bereits auf eine Vielzahl umgesetzter Energieeinsparmaßnahmen zurückblicken.

Bereits seit Jahren hat das Thema „Energiesparen“ für die Stadt Heinsberg eine hohe Priorität. Die täglichen Meldungen über eine nicht auszuschließende Gefährdung der Energieversorgung zeigen, dass alle angestrebten Maßnahmen in diesem Bereich nicht nur zur Unterstützung des Klimaschutzes und der Kostenreduzierung notwendig sind, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit von russischen Energielieferanten.

Sämtliche Baumaßnahmen der Stadt Heinsberg werden grundsätzlich auf Energiesparpotentiale überprüft und diese auch im Anschluss berücksichtigt. So wurden in den vergangenen zehn Jahren an insgesamt 23 städtischen Gebäuden die Innenbeleuchtung durch hocheffiziente LED-Beleuchtung ersetzt. Dies betrifft nicht nur das Rathaus, sondern zum Beispiel auch Schulen, Sporthallen und Kindertagesstätten. Auch der bereits erfolgte Austausch durch LED-Technik im Bereich der Straßenbeleuchtungen sowie der Signal- und Flutlichtanlagen trägt wesentlich zur Energieeinsparung bei.

Aktuell befindet sich ein neuer zentralen Serverraum in Planung, dessen Kühltechnik durch oberflächennahe Geothermie optimiert wird.

Es erfolgte eine Installation einer PV-Anlage auf Dach der Kindertagesstätte Kempen zum Eigenverbrauch 10 kWp. Für städtische Beschäftigte gibt es ein JobRad Leasingangebot. 

Des Weiteren wurden weitere PV-Anlagen durch die städt. Tochtergesellschaft Stadtwerke Heinsberg GmbH an folgenden Gebäuden errichtet: Grundschule Dremmen, Grundschule Karken, Grundschule Straeten, Realschule Heinsberg, Kindertagesstätte Buschheide, Kindertagesstätte Karken, Kindertagesstätte Lieck, Hallenbad Heinsberg

Bereits umgesetzt wurde der Einsatz von Blockheizkraftwerken im Hallenbad Heinsberg und im Kreissparkassengebäude Heinsberg (zur Wärmeversorgung im Rathaus) sowie der Einsatz einer Brennstoffzelle in der Feuerwache Heinsberg, Unterbrucher Straße.